Overview
In den letzten Jahren wurde ich immer häufiger von Studenten ge- fragt, warum sich ein mathematisches Gebiet gerade in dieser (meist in der Vorlesung vorgestellten) Weise entwickelt hat und nicht an- ders, was die hauptsächlichen Triebfedern waren, und wie es weiter- geht. Insbesondere interessierte, neben anderen Faktoren wie An- wendbarkeit oder Querverbindungen zu anderen Gebieten, die Rolle, welche die gro en klassischen Probleme bei der Entwicklung einer Theorie spielten. Die kürzlich erfolgte ungewöhnliche Lösung des 4-Farben Problems war mir ein willkommener Anla , den genauen Einflu zu studieren, den dieses universell bekannte Problem vornehmlich auf die Graphen- theorie hatte. Vielleicht schärfer als anderswo scheiden sich arn 4-Farben Problem die Geister. Die einen sagen, die Mathematik, die das 4-Farben Problem hervorgebracht hat, ist eine Marginalie und die Lösung mit ihrem enormen Computer Einsatz ist vorn ästheti- schen Standpunkt aus geradezu abschreckend. Die anderen wieder meinen, da das 4-Farben Problem fast im Alleingang eine ganze Dis- ziplin hat entstehen lassen, eben die Graphentheorie, wie es in diesem Umfang höchst selten vorkommt, und da die Lösung mit ihren vielfältigen Aspekten inner- und au ermathematischer Art weit in die Zukunft weist. Die Arbeit an diesem Buch hat mich überzeugt, da die zweite Auffassung eher zutrifft - und es ist meine Hoff- nung, da mir in der Darstellung hinreichende Argumente dafür ge- lungen sind.
- | Author: Martin Aigner
- | Publisher: Vieweg+teubner Verlag
- | Publication Date: Jan 01, 1984
- | Number of Pages: 269 pages
- | Binding: Paperback or Softback
- | ISBN-10: 3519020688
- | ISBN-13: 9783519020684