Overview
Die Wälder wachsen noch Die Äcker tragen noch Die Städte stehen noch Die Menschen atmen noch Bertold Brecht Der Frühling kommt immer wieder, die Blätter entrollen sich, die Blüten entfalten sich und die Lämmer werden zu Schafen. Die Natur wächst. Die Winterstarre ist überwunden. Das geschrumpfte Leben entwickelt sich zu neuer Grö e. Gro wer- den setzt klein sein voraus. Wachsen braucht absterben. Schwellen braucht schrumpfen. Es ist unser Lebensrhythmus. Dieser Rhythmus hat Eingang gefun- den in unsere Literatur und in die bildenden Künste. Wir sind vertraut mit unzäh- ligen Metaphern filr dieses Lebenspulsen, für dieses stetige Auf und Ab. Die Kurse der Wertpapiere steigen. Die Wachstumsimpulse für die Wirtschaft werden herbeigesehnt. Das Bruttosozialprodukt mu wachsen. Die Steuereinnah- men müssen wachsen. Die Steigerung von Umsätzen und Gewinnen wird zum Erfolgsma stab eines Unternehmens. Von Schrumpfen ist keine Rede. Allenfalls von Konsolidierungsphasen wird geredet. Wir sprechen von Reichtum, der keine Grenzen kennt. Wir leben in einer Wachstumsgesellschaft. Die Bevölkerung wächst, der Mangel an verbrauchten Ressourcen wächst, die Abfälle in Luft, Was- ser und Boden wachsen.
- | Author: Frithjof Hager
- | Publisher: Springer
- | Publication Date: Oct 16, 2012
- | Number of Pages: 283 pages
- | Binding: Paperback or Softback
- | ISBN-10: 3642635296
- | ISBN-13: 9783642635298